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Mein nicht alltägliches Tagebuch |
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Hallo liebe Gäste und Besucher dieser Site,
auf dieser Seite werde ich in loser Folge immer wieder Berichte, Artikel,
Gedanken usw. veröffentlichen. Zunächst gibt es keine direkte Möglichkeit
Kommentare und Meinungen dazu zu posten. Etwas derartiges werde ich im Laufe
der nächsten - äh.. - Monate codieren. Bis es soweit ist, darf jeder dazu
das Gästebuch mißbrauchen. Ich werde etwaige Beiträge (ich gehe davon aus,
dass es nicht tausende sein werden) mit ein bisschen Handarbeit hier
einfügen.
Und über allem steht das Motto:
Wir sind nackt, um zu wandern! Wir wandern aber nicht, um nackt zu sein!
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Heute gelesen |
30.11.2007 |
Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle nackt herumlaufen,
dann wären wir nackt geboren worden!
Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.
Weil Gott nicht wollte, dass der Mensch nackt über die Erde läuft,
hat er ihm ein Fell gegeben!
Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.
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Warum nackt??? |
21.08.2007 |
Wenn man sich mit (ich nenne sie nun mal gerne so)
„Textilen” übers Nacktwandern unterhält kommt immer wieder
sehr früh die in der Überschrift formulierte Frage. Liefe ich mit roten
Socken, Kniebundhose und Karohemd oder mit einem Nasenringpiercing oder
mit A....-Geweih-Tatoo bei tief sitzender Hüfthose oder sonstwie lustig
bekleidet und/oder mit lustigen Accessoires behängt durch den Wald, käme
keiner auf die Idee, nach den Gründen zu fragen. Aber nackt? Das scheint
doch sehr exotisch.
Aber die Frage muß prinzipiell anders gestellt werden:
Warum angezogen?! Schließlich ist Nacktheit der natürliche (und damit
natürlichste) Zustand des Menschen. Es ist mir zumindest nicht bekannt,
dass ein Mensch mit Kleidung geboren wurde.
Kleidung hat - bei entsprechendem Bedarf - vielfältige
Schutzfunktionen: Zunächst Schutz der Haut und des Körpers vor
Wettereinflüssen und vor Verletzung. Schutz vor Offenbarung und
Entdeckung. Schutz vor Spott oder Diskriminierung. Schutz vor
gesellschaftlicher Fehleinschätzung.
Kleidung hat aber auch - bei entsprechendem Bedarf -
vielfältige Nachteile: Sie engt ein, behindert die „Hautatmung”
und die Wärmeregulation, reibt und stört.
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Waldeslu-hu-hust?!!! |
20.07.2007 |
Meine heutige Wanderung führte mich an einer Gruppe rastender
Profiwanderer - das sind die Zeitgenossen, die so lustige Kniebundhosen,
Karohemden/-blusen und noch lustigere rote Socken tragen, auch bekannt
als Rote-Socken-Fraktion - vorbei, die gerade dabei waren zu
Akkordeonmusik ein fröhliches Lied anzustimmen. Auch wenn ich persönlich
nicht den musikalischen Geschmack dieser beschwingten Wanderertruppe
teilte, so war doch der Titel des Liedes durchaus nach meinem Gusto:
„Waldeslust.”.
Waldeslust: Genau das ist der gemeinsame Nenner! Sie würden sagen:
„Ich habe Lust in den Wald zu gehen. Ich habe Lust mich im Wald
aufzuhalten. Ich habe Lust den Wald in mich aufzunehmen. Ich habe
Waldeslust.” Und ich sage: „Ich habe Lust nackt in
den Wald zu gehen. Ich habe Lust mich nackt im Wald aufzuhalten.
Ich habe Lust den Wald nackt in mich aufzunehmen. Ich habe
nackte Waldeslust.”
Der Rest des Liedtextes ist auch nicht so der Bringer; aber der
Vollständigkeit halber sei er hier noch kurz zitiert. Damit niemand
deshalb googeln muss.
Waldeslust Waldeslust, Waldeslust, oh wie einsam schlägt die
Brust. Ihre lieben Vögelein. Singet mir ein Liedlein. Singet mir aus
voller Brust, die Waldeslust. Waldeslust, Waldeslust, oh
wie einsam schlägt die Brust. Meinen Vater kenn´ich nicht, meine
Mutter liebt mich nicht. Und sterben mag ich nicht, bin noch zu jung.
Waldeslust, Waldeslust, oh wie einsam schlägt die Brust.
Wenn ich einst gestorben bin, traget mich zum Friedhof hin. Leget mich
ins kühle Grab, da hab ich Ruh.
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Ein Montag im Juli | 02.07.2007 |
Der Wetterbericht verheißt seit Tagen - denn das nächste
Tief kommt in Mitteleuropa immer sehr bald und ganz bestimmt - das Ende des
kurzen Zwischenhochs am Wochenende: Im Laufe des Sonntags sollen Gewitter
und Regenschauern hereinziehen, welche die ganze Nacht und auch den ganzen
Montag anhalten sollen. Kaum Hoffnung auf Sonne... und außerdem soll es
deutlich kühler werden.
Nun, Regen und „kühle Sommertemperaturen” sind
nicht zwangsläufig ein Grund, die Klamotten anzubehalten, aber angenehmes
Wetter macht beim Nacktwandern einfach mehr Spaß, zumal die Sonne ganz
entscheidend die Produktion von Glückshormonen fördert - und letzteres sogar
auch bei den sogenannten „Textilen”. Bei ihnen aber sicherlich
in geringerem Umfang, da sie weniger Licht abbekommen!
Das Wetter hält sich den ganzen Vormittag exakt an den
Wetterbericht: Dichte, dunkle, graue Wolken, immer wieder kräftige
Regenschauer, kein Schimmer eines unbedeckten Himmels. Ich bereite mich auf
einen „schönen und kuscheligen” Bürotag vor. Die elektronischen
Griffel sind gespitzt (Computer an...) und es liegt ein ganzer Stapel weißes
Elektronikpapier bereit (Textverarbeitung: Datei - Neu...). Während der
Arbeit schweift der Blick immer wieder sehnsüchtig zum Fenster. Aber draußen
ändert sich nichts; es bleibt bei grau in grau und die Regenschauern
wechseln sich ab.
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Doch dann gegen Mittag. Es ist gerade mal eine Regenpause.
Ich gehe auf die Terrasse, um die Augen und den Körper von der Computerarbeit
zu entspannen. Da erspähe ich das, was ich heute nicht mehr für möglich
gehalten habe: Im Westen wird es heller! Nach einer halben Stunde zeigen
sich erste blaue Stellen in der dünner werdenden Wolkendecke und ab und zu
erhellt die Sonne die Welt und das Gemüt!
An Weiterarbeit ist jetzt nicht mehr zu denken! Vielleicht
hält sich das Wetter ein wenig und es reicht, um für eine halbe oder sogar
ganze Stunde zu wandern. Dafür kann man auch einmal einen Regenschauer in
Kauf nehmen. Also, nichts wie hinaus! Das Ziel ist schnell erreicht. Hosen
und T-Shirt bleiben im Auto. Und los geht es: Nackt in der freien Natur
wandern...
Die Luft ist frisch und atmet die Feuchtigkeit des letzten
Schauers; aber es ist nicht kalt. Das Gras auf dem Weg ist noch nass vom
vorausgegangenen Regen, schwer tropft das Wasser von den Blättern der Bäume,
ein Windstoß löst einen leichten Regenschauer aus: Herrliche, prickelnde,
frische Berührungsreize auf der nackten Haut, die kein Mensch nachempfinden
kann, der noch nie nackt in der Natur gewandert ist. Die immer häufiger
werdenden Sonnenstrahlen lecken an der in Nässe getauchten Natur und zwischen
den Bäumen steht ein leichter Dunst aus verdampfender Feuchtigkeit.
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Die sonnigen Abschnitte nehmen immer weiter zu. Wärmende
Strahlen trocknen die Vegetation. Wärmende Strahlen berühren die Haut,
trocknen sie und schmeicheln ihr. Wärmende Strahlen durchfluten den Körper.
Wärmende Strahlen lassen auch andere Lebewesen zunehmend aktiver werden.
Schmetterlinge, Libellen, Hummeln und andere Insekten durchstreifen
zunehmend die Luft und versammeln sich an den Nektar spendenden Blüten der
wild wuchernden Brombeeren und anderer bunt blühender Pflanzen. Eidechsen
rascheln auf ihrer Flucht zwischen Gras und Laub, wenn sie durch mich beim
Sonnenbaden und Wärme tanken gestört und aufgeschreckt werden.
Licht und Wärme durchfluten Lichtungen und offene Wegstellen,
erreichen aber auch die schattigen Bereiche unter dem Blätterdach der Bäume.
Die Temperatur steigt deutlich und nimmt ausgesprochen angenehme Werte an.
Eine leichte Brise umhüllt und streichelt wohlig die Haut modifiziert durch
Licht und Schatten, mal wärmer, mal kühler, aber immer wohltuend.
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Wenige Meter vor mir springt ein Reh auf, zögert, bleibt
stehen, äugt. Mitten im Schritt halte ich inne und verharre. Wir äugen uns
an. Der Wind weht aus der falschen Richtung, das Reh kann keine Witterung
von mir aufnehmen. Ein nackter Mensch passt nicht in sein Feindbild, aber es
scheint irritiert und unschlüssig. Es äst es ein wenig - immer auf der Hut -
schaut wieder auf. Eine Weile geht das so, ohne dass Vertrautheit entsteht.
Ich beende den eingefrorenen Schritt und bewege mich langsam weiter auf das
Reh zu. Es bleibt bei seinem bisherigen Verhalten. Irgendwann ist der Abstand
dann aber zu kurz, die Situation wird für das Reh unheimlich. Ohne Panik dreht
es sich zur Seite und verschwindet langsamen Schrittes im angrenzenden
Unterholz. Solche Begegnungen hatte ich immer wieder beim Nacktwandern, mal
mit Füchsen, Rehen oder Wildschweinen und als außergewöhnlichstes Erlebnis
dieser Art einmal das unmittelbare Zusammentreffen mit einem Dachs.
Die Zeit vergeht, ohne dass sie bewusst wird, und aus dem
ursprünglich geplanten Kurzausflug wird ein ganzer Nachmittag! Kaum ein
Mensch ist heute hier im Wald, lediglich ein Wanderer und eine Joggerin
begegnen mir in diesen Stunden. Natur pur! - Körper pur! Beim Scheiden
keimen die Hoffnung und die Gewissheit auf eine Fortsetzung, auch wenn der
Zeitpunkt noch nicht terminiert ist...
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